Klangkunst-Pop,
in dessen Zentrum die Sprache steht


Die Musik Birgit Liedtkes alias „liedtke“ ist schwer in die herkömmlichen Popformate einzuordnen: Dafür liegt sie zu weit entfernt von allgemein bekannten Soundentwürfen und eindeutigen Stil-Zuschreibungen.

liedtke kombiniert elektronische Elemente mit klassischer Instrumentierung wie Klavier oder Geige zu einer vielfältigen und höchst eigenständigen Klangsprache.

Es sind auf alle Fälle Songs zum Zuhören. liedtke nimmt die Herausforderung an, deutsch zu singen. Persönlich: ja - dabei kommt sie aber nie in die Nähe von Kitsch oder Austropop-Anmutung.

Poetisch aufgeladene Texte werden musikalisch umgesetzt: es ist die Sprache, die Sache macht. Tagebuchartige Texte verbinden sich zu einem experimentell angehauchten, avantgardistischen Popformat im Spannungsbereich zwischen elektronischem Chanson und Kammermusik-Pop.

liedtke singt vom Raunen innerer Stimmen, von Abschieden aus Gold und Ultramarin, von einem Mond, den Frauen um den Hals tragen, von Häusern im Holunder, Landungen im Nebel, zerschossenen Augen, lautlosen Viren, Regenmachern und plötzlichen Fluchten.

Mal pathosgetränkt, dann wieder kantig pulsierend klingt dieses musikalische storytelling wie von der anderen Seite einer Grenze herüber. Bildhaft schön, emotional und manchmal auch etwas verzogen schimmert vieles in Anspielungen durch und lässt der Interpretation des Zuhörers weiten Raum.